Moxie

Moxie

Moxie

Ich muss gestehen, vor dem nächsten Review habe ich ein wenig Angst, da ich nicht den blassesten Schimmer habe, was mich erwartet. Bei dem Getränk handelt es sich um Moxie, dem „Original Elixir“. Untertitelt ist das Getränk mit dem Slogan „Distinctively Different“ – Unverwechselbar anders. Der Slogan erinnert mich ein wenig an das „Man gewöhnt sich dran“ von Club Mate. Trotzdem habe ich das gefühl, dass es sich hier um etwas anderes handelt.

Zunächst einmal zum geschichtlichen Hintergrund: Moxie wurde 1876 von Dr. Augustin Thompson in Lowell, Massachusetts als „Moxie Nerve Food,“ einem patentierten Medikament (also der gleiche Ursprung wie Coca-Cola und viele weitere Softdrinks) entwickelt. Moxie Nerve Food wurde als Medikament gegen Lähmung, Nervosität und Schlaflosigkeit verkauft. Einige Jahre später fügte Thompson Mineralwasser zu seiner Formel hinzu und änderte den Namen des Mittels zu „Beverage Moxie Nerve Food“ und verkaufte es an damals gängige Soda Fountains. Seit 1884 wird Moxie auch in Flaschen abgefüllt und verkauft (http://en.wikipedia.org/wiki/Moxie). Es handelt sich hier also um einen echten Klassiker

Auch heute noch werden Moxie Flaschen im klassischen Design mit blau-orangenem Label verkauft – In einer durchsichtigen 355ml Longneck-Glasflasche.

Das Getränk ist durchsichtig braun und sieht auf den ersten Blick aus wie Cola.
Nach dem öffnen der Flasche steigen 2-3 kleine Kohlensäureblasen auf, das war es dann aber auch. Spätestens beim Geruch wird klar, dass es sich hier nicht um eine Cola handelt. Es riecht mehr nach einem bitteren Medikament oder Kräuterschnaps (minus dem Alkohol). Dies wird am Enzianwurzelextrakt liegen, einer sehr bitteren Substanz, die in Moxie enthalten ist. Dieser Geruch überdeckt so ziemlich alles an Geruchsnoten, die noch in dem Getränk enthalten sein könnten.

Beim eingießen in ein Glas schäumt das Getränk kurz stark auf, dann ist es wieder sehr still.

Geschmacklich ist das Getränk sehr interessant und mit nichts zu vergleichen, was ich bisher so probieren durfte.
Moxie schmeckt zunächst etwas karamellig und süß mit einer leicht kräuterigen Note im Hintergrund. Die Süße ist aber bei weitem nicht so stark wie es bei vielen anderen Limonaden der Fall ist. Nachdem ich das Getränk heruntergeschluckt habe, bleibt der bittere Nachgeschmack des Wurzelextraktes zurück, der meine Zunge auf Grund der Bitterkeit leicht zusammenzieht. Die Kohlensäure ist angenehm und verteilt sich im gesamten Mundraum.
Dieses Getränk ist ganz klar ein Exot und für mich das am schwersten einzuordnende Getränk was ich bisher trinken durfte. Es ist nicht so, dass ich es nicht mag. Auf der anderen Seite ist es auch nichts, was ich regelmäßig trinken könnte. Es ist eher etwas, was ich mir 1-2 mal pro Jahr genehmigen würde, da es doch sehr besonders ist.
Bei Moxie kann ich definitiv eher verstehen, dass es ursprünglich als Medikament patentiert wurde als bei z.B. Coca-Cola, da es doch recht stark nach einem Kräutermedikament schmeckt.

Meine „Angst“ vor dem Getränk war zwar ungerechtfertigt, jedoch verständlich, da ich überhaupt nicht wusste, was mich erwarten würde. Eine Flüssigkeit, die aussieht wie Cola in einem klassischen Design mit den Infos Est. 1884 und Distinctively Different, aber keiner anderen Information um was für eine Art von Soft Drink es sich handeln könnte. Das hätte alles sein können. Es ist definitiv ein Getränk, das, wenn die Möglichkeit besteht, probiert werden sollte, da es sich von jedem anderen Soft Drink den es so gibt meilenweit unterscheidet und es sich um einen echten Klassiker handelt. Ob ihr es mögt oder nicht, werdet ihr nach dem ersten Schluck selber herausfinden.

Zutaten: Carbonated Water, Pure Cane Sugar, Natural and Artificial Flavors, Caramel Color, Sodium Benzoate, Gentian Root Extractives, Phosphoric Acid, Caffeine and Citric Acid.

Nährwerte:
Calories: 150
Total Fat: 0g
Sodium: 50mg
Total Carb.: 37g
Sugars: 37g
Protein: 0g

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3 Antworten zu Moxie

  1. lockjaw schreibt:

    In dem Film „Small Apartments“ trinkt Matt Lucas (Little Britain) ausschließlich und massenhaft Moxie. Das Getränk entspricht dort dem bizarren Szenario. Ich denke es ist gleichzeitig eine Ode an das was du beschrieben hast.

    http://www.imdb.com/title/tt1272886/

    • Christopher schreibt:

      Oh, das klingt interessant. Den Film kenne ich nicht, anscheinend muss ich das aber mal ändern. Danke für den Tip!

  2. Pingback: Interview with Aaron from The Fizzary in San Francisco | lemonerd

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