Thomas Henry Spicy Ginger

Gerade habe ich mit erschrecken festgestellt, dass mein letzter Beitrag hier schon über ein halbes jahr (!) zurück liegt. Dies liegt zum einen daran, dass ich bis August auf Reisen war. In dieser Zeit habe ich zwar viele und auch ausgesprochen gute Limos probiert. Allerdings ist es, wenn man immer auf unterschiedlichen WG-Sofas oder auf Campingplätzen im Zelt schläft etwas komplizierter, Reviews oder auch andere Texte zu schreiben. Ich weiß, dass das ne schlechte Ausrede ist und ich fühle mich auch ein bisschen schlecht dabei. Zumindest habe ich von jeder Limo, die ich neu ausprobiert habe ein Foto gemacht. Mein nächster Post wird dann wohl eine Zusammenfassung der Getränke, die ich probiert habe und eine Beschreibung derer aus meiner Erinnerung. Es kommen schon einige besondere Limonaden zusammen, die ich hier ziemlich vermisse. Allen voran China Cola. Dazu aber mehr in den kommenden Tagen. Als weitere Ausrede kommt hinzu, dass ich in letzter Zeit kaum besondere Limos gefunden habe, über die es sich gelohnt hätte, etwas zu berichten. Coca Cola und Fritz Kola kennt ja eh jeder, da muss ich nix groß zu schreiben.

Am Freitag habe ich jedoch in der Feinkostabteilung von Kaufhof mal wieder eine Limo gefunden, über die zu schreiben sich lohnt. Hierbei handelt es sich um „Spicy Ginger“ aus dem Hause „Thomas Henry“, einer Firma, die sich auf die Herstellung von qualitativ hochwertigen Softdrinks für das mixen von Longdrinks spezialisiert hat. Allerdings sind die Getränke auch ohne beigefügten Alkohol sehr empfehlenswert.

Das Getränk ist in eine 0,2l Longneck-Glasflasche abgefüllt. Auf den Flaschenhals sind die Initialien TH eingeprägt. Auf dem Etikett ist der Scherenschnitt eines altmodisch gekleideten Mannes zu sehen. Wider erwarten handelt es sich hierbei nicht um einen Williamsburg Hipster sondern um Thomas Henry, wie mir das Etikett auf der Rückseite der Flasche verrät. Laut beschreibung war Thomas Henry 1773 die erste Person, der es gelang Wasser mit Kohlensäure anzureichern.

In der Flasche befindet sich eine trübweiße Flüssigkeit. Wider erwarten ist aber kein Bodensatz zu sehen. Beim Öffnen der Flasche steigen ein paar kleine Kohlensäurebläschen zur Oberfläche, nach etwa einer Sekunde ist davon schon nichts mehr zu sehen und das Getränk ist wieder komplett still.

Beim umfüllen des Getränkes in ein Glas sprudelt es schon ordentlich und als ich dran rieche brennt und kribbelt es, typisch für Ginger Ale, in der Nase. Von der Intensität ist es jedoch nicht mit Ginger Ale in Plastikflaschen zu vergleichen die mit zu viel Kohlensärue angereichert sind. Mir ist es möglich, auch über dem Glas einzuatmen.
So entdecke ich ein starkes Ingweraroma, das von einer sehr leichten Zitronennote unterlegt ist.

Beim ersten Schluck bemerke ich, dass die Beschreibung „Spicy“ nicht erfunden ist. Im Mund erwacht das Getränk zu neuem Leben und es entfaltet sich eine feine Kohlensäure. Anfangs schmecke ich nur eine angenehm frische Süße. Beim runterschlucken kommt dann der Ingwer zu seiner vollen Geltung. Diese Limo schmeckt wirklich nach Ingwer und hat nicht nur eine kaum spührbare Ingwernote im Hintergrund. Die Schärfe der Wurzel zieht bis in die Nase herauf. Hätte ich Schnupfen – meine Nase wäre spätestens jetzt kurz frei. Auch das Ginger Ale typische Kribbeln kommt wieder. Der scharfe Ingwernachgeschmack ist auch noch Minuten nach dem trinken vorhanden und der Rachen brennt angenehm von der Schärfe.
Leider sind die 0,2l viel zu schnell ausgetrunken. Beim Preis von 1,29€ pro Flasche ist es leider auch kein Getränk für jeden Tag. Ich werde mich aber mal erkundigen, ob es auch noch andere Bezugsquellen in Hannover ausser der Feinkostabteilung bei Kaufhof mit ihren Apothekenpreisen gibt. Ob der Schärfe ist es aber auch sonst kein Getränk von dem man mehr als ein glas pro Tag trinkt.

Dies ist endlich mal wieder ein Getränk für das es sich aus meiner Sicht lohnt, darüber zu schreiben, da es nicht ein typisches Zuckerwasser ist, von dem ich nach wenigen Minuten vergessen habe, dass ich es getrunken habe. Allein wegen der anhaltenden Schärfe geht das nicht. Auch ansonsten ist es für mich eine ausgesprochen leckere und gute Limo. Einfach auch deshalb, weil sie sich etwas traut, was bei vielen Limos heute nicht unbedingt der Fall ist. Ich habe das Gefühl, dass sich viele Limonadenhersteller heute kaum noch an etwas neues wagen. Es werden eher erfolgreiche Getränke „kopiert“ und leicht abgewandelt auf den Markt gebracht (Siehe Club Mate und die vielen ähnlichen neuen Getränke. Sie schmecken gut, und es sind viele dabei, die mir besser schmecken, als Club Mate, keine Frage. Aber es ist halt nichts „neues“). Hier handelt es sich zwar keinesfalls um ein neues Rezept, da es dies in ähnlicher Form bestimmt schon seit über hundert Jahren gibt und man es als Sirup bestimmt auch einfach und schnell selber herstellen kann. Dennoch ist es etwas besonderes, da man einen Softdrink in dieser Form wohl (bisher) kaum ein zweites mal findet.

Zutaten: Natürliches Mineralwasser, Zucker, Kohlensäure, natürliches Ingweraroma mit anderen natürlichen Aromen, Säuerungsmittel Citronensäure, Stabilisatoren E414 & E445

Nährwert (pro 100ml):
Brennwert: 252kJ (59kcal)
Eiweiß: < 0,1g
Kohlenhydrate: 14g
-davon Zucker: 14g
Fett: < 0,1g
-davon gesättigte Fettsäuren: 0g
Ballaststoffe: < 0,1g
Natrium: 0,004g

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Blue Sky Natural Soda – Cherry Vanilla Crème

 

Blue Sky Natural Soda – Cherry Vanilla Crème

Es hat zwar lang gedauert, bis ich mich an den Geschmack von Root Beer gewöhnt habe, mittlerweile trinke ich es (mit Ausnahmen) aber wirklich gern. Verantwortlich dafür ist Creme Soda. Als ich bei Kaufhof in der Feinkostabteilung neulich A&W Creme Soda sah, dachte ich mir, dass ich das ja mal ausprobieren könnte. Schlimmer als Root Beer kann es ja nicht sein. Gut gekühlt schmeckte es mir, trotz der starken Süße, erstaunlich gut. Vor diesem Selbstversuch habe ich es nie geschafft, eine Dose Root Beer auszutrinken. Nach höchstens einem Drittel der Dose wanderte der restliche Inhalt in den Ausguss, auch wenn ich mir noch so viel Mühe gab. Nach dem Creme Soda – Kein Problem mehr.
In Deutschland kriegt man ja in der Regel allerhöchstens ganz klassisches Creme Soda mit Karamellgeschmack. In den USA und Kanada gibt es dagegen die unterschiedlichsten Sorten von Creme Soda.
Neulich habe ich dann in einem kleinen Restaurant in Toronto Blue Sky Cherry Vanilla Cream Soda getrunken. Erstens hat es sehr gut geschmeckt und zweitens war es die erste Limonade in Kanada, die nicht zu Pepsi, Coca Cola oder DrPepper/Snapple gehört, die also von einem kleineren, unabhängigen Abfüller hergestellt wird, die ich gefunden habe.
Beides sind Gründe für mich, über dieses Getränk zu schreiben.
Ich sitze gerade wieder einmal in einem Zug, von Toronto nach Vancouver und befinde mich mitten im Nirgendwo, ca 12 stunden vor Winnipeg und es gibt kein Internet. Von daher kann ich leider gerade nichts genaueres über die Abfüllfirma herausfinden und hoffe, ich habe euch jetzt gerade keinen Mist erzählt. Hier könnt ihr aber selber gucken: http://www.drinkblueskysoda.com

Auf der recht klassisch gestalteten 0,3l Dose wird erstmal darauf hingewiesen, was in dieser Limo alles nicht enthalten ist:
-No High Fructose Corn Syrup
-No Artificial Flavours
-No Artificial Colours
-No Preservatives
-No Caffeine

Es scheint sich hier also fast um einen gesunden Soft Drink zu handeln.

Beim öffnen der Dose zischt es ordentlich und einige Blasen steigen aus der Öffnung auf. An Kohlensäure wurde hier also nicht gespart.
Vom Geruch erinnert es ein wenig an Amarena-Kirschen oder Cocktailkirschen und die Kohlensäure kribbelt leicht in der Nase.
Für den Farbtest schütte ich ein wenig Brause in einen Becher und hier erwartet mich eine Überraschung. Nicht nur wurde an künstlichen Farbstoffen gespart, es sind gar keine Farbstoffe in der Brause. Sie ist durchsichtig, mit einem ganz leichten Gelbstich.

Geschmacklich sticht hier auch zuerst der für Creme Sodas typische Karamellgeschmack hervor. Allerdings ist dieser nicht so Dominant. Im Hintergrund sind dann noch fein die Aromen von Kirsche und Vanille zu schmecken, die mit dem Nachgeschmack immer stärker werden. Ich kann nicht sagen, dass irgendein Geschmack auffällig oder unangenehm hervorsticht. Hier sind wirklich alle Geschmacksrichtungen perfekt aufeinander abgestimmt. Und trotz der relativen Süße ist das Getränk schön erfrischend. Vorausgesetzt natürlich, es wird kalt getrunken. Auf Raumtemperatur kann ich mir vorstellen, dass es anstrengend süß werden kann. Die letzte Hälfte der Dose schütte ich in einen Becher mit Eiswürfeln. Ich muss sagen, so schmeckt mir das Getränk am besten. Wenn es durch das geschmolzene Eis noch ein wenig verdünnt ist, ist es noch einmal ein paar Nuancen erfrischender.

So, jetzt trinke ich die Limo noch in Ruhe aus, höre weiter Springsteen und reise weiter, auf der Suche nach der perfekten Limo, meiner Diabetes entgegen.

Jetzt fällt mir gerade auf, dass ich peinlicherweise vergessen habe, die Nährwerte und Zutatenliste vergessen habe, abzuschreiben und die Dose ist leider schon im Müll. Wenn ich in Vancouver nochmal eine Dose finde, trage ich das nach. Aber auch ohne die Zutatenliste zu kennen, kann ich sagen, dass das Getränk sehr lecker schmeckt.

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Royal Crown Cola

 Heute mache ich mal ein Experiment. Ich sitze in einem Zug von Englehart, Ontario (Nordkanada) nach Toronto. Ich habe 8 Stunden Zeit und eine Dose Royal Crown Cola bei mir, über die ich gern schreiben möchte. Noch ist sie kalt, da ich sie kurz vor der Abfahrt erst aus dem Kühlschrank genommen habe. Das Problem ist nur, dass ich die Dose nicht abstellen kann, da das Gleisbett ziemlich alt und extrem holprig ist. Langsam Trinken, gedanken machen und weitertrinken ist somit ziemlich schwer.

Royal Crown Cola gibt es seit 1905. Sie wurde von Claude A. Hatcher, einem Apotheker entwickelt. Die erste Colamarke nannte er Chero-Cola. Nach seinem Tod, 1933, übernehm sein damaliger Stellvertreter, H.R. Mott, die Geschäfte. Weil er das Rezept der Chero-Cola verbessern wollte, beauftragte er einen Chemiker, der der Cola einen neuen Geschmack gab. Diese neue Cola wurde dann unter dem Firmennamen von Hatcher, Royal Crown, veröffentlicht.
Mittlerweile gehört die Firma der DrPepper Snapple Group an.

Abgefüllt ist die Brause in eine klassische 0,33 liter Dose.

Jetzt fängt der spannende Teil des Reviews an. Ich werde die Dose öffnen, mir so viel wie möglich merken und versuchen im Nachhinein einen möglichst detaillierten Bericht zu schreiben.

Vom Geruch her erinnert Royal Crown Cola sehr stark an Coca Cola, das leichte Stechen, das ich bei Coca Cola durch die viele Kohlensäure in der Nase habe, bleibt aber aus. Da mir ein Glas fehlt, kann ich zu Farbe und sichtbarer Menge der Kohlensäure leider nichts sagen. Ich gehe aber stark davon aus, dass auch diese Cola sich durch eine dunkelbraune Farbe auszeichnet.
Auch der Geschmack erinnert mich zuerst an Coca Cola. Der Nachgeschmack ist allerdings nur süß und von einer leicht säuerlich/erfrischenden Note fehlt hier jede Spur.
Auch wenn ich der Überzeugung bin, dass auch Softdrinks mit wenig oder gar keiner Kohlensäure gut schmecken (siehe Fentiman’s Curiosity Cola, oder selbsthergestellte Zitronenlimonade), denke ich hier, dass die Royal Crown Cola mit etwas mehr Kohlensäure besser schmecken würde. So wirkt das Getränk für mich sehr schwer und hat, bis auf die Kühlschranktemperatur, für die die Cola ja nichts kann, nichts erfrischendes. Die fehlende Säure und die starke Süße  hilft hier nicht weiter.
Insgesamt würde ich die Royal Crown Cola höchstens als okay einstufen. Bei der Menge an verschiedenen Colas auf dem Markt aber auf keinen Fall ein Getränk, was ich mir noch mal kaufen werde.

Zutaten: Carbonated Water, Clucose-Fructose, Colour, Phosphoric Acid, Caffeine, Natural Flavours, Acacia Gum.

Nutrition Facts per 355ml: Calories: 150; Fat: 0g; Cholesterol: 0mg; Sodium: 40mg; Carbohydrate: 41g(sugar); Protein: 0g

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Arizona Lemonade

 

Jetzt komme ich endlich dazu, mit meinem „Reisebericht“ anzufangen. Die nächsten vier Monate bin ich in Kanada und den USA unterwegs. Ich versuche in dieser Zeit über möglichst viele Limonaden, die ich hier in die Finger bekomme, zu schreiben. Mein Ziel dabei ist es, auch möglichst viele kleine Limonadensorten zu testen. Also nicht nur Coca-Cola und Pepsi Produkte.
Mein heutiges Getränk ist eine Limonade. Genauer gesagt handelt es sich um die „Vitamin C Fortified Lemonade“ aus dem Hause Arizona.
Das Getränk wird in der handlichen 680ml Dose gereicht. Über Flüssigkeitsmangel werde ich mir also nach diesem Review keine Sorgen machen müssen.
Beim Öffnen der Dose zischt es ordentlich, aber es sprudelt nicht. Wie es sich für eine klassische, amerikanische Zitronenlimonade gehört ist sie also ohne Kohlensäure. Das kann ich sehr gutheißen.
Die Limo hat eine trüb-weiße Färbung und der Geruch hat etwas von Bitter Lemon. Also herb zitronig.
Geschmacklich bin ich nach einigen skeptischen ersten Schlückchen auch ziemlich überzeugt. Bei den ersten Schlücken kam mir das Getränk noch relativ dünn vor. Auf der Dose stand jedoch auch, dass man sie vor dem Öffnen schütteln soll, was ich auch getan habe. Vielleicht nur nicht genug. Nachdem ich etwas abgetrunken habe, versuche ich die Limo noch einmal aufzumischen und danach hat sie auch einen ziemlich vollen geschmack. Da hier ja keine Kohlensäure verloren gehen kann, kann das auch ruhigen Gewissens gemacht werden.
Geschmacklich ist auf jedne Fall die Zitrone zu erkennen. Wäre auch blöd, wenn nicht. Das Getränk ist nicht zu süß und hat einen angenehm frischen sauren Nachgeschmack. Zwar ist es nicht die beste Zitronenlimo, die ich bisher probieren durfte und an selbstgemachte kommt sie natürlich auch nicht ran, aber bei der Menge Getränk zu dem günstigen Preis (99 Cent) kann ich mich nicht beschweren.

 

Nährwert (pro 240ml): Calories: 110; Total Fat: 0g; Saturated Fat: 0g; Trans Fat: 0g; Cholesterol: 0mg; Sodium: 10mg; Total Carbohydrate:27g; Dietary Fiber: 0g; Sugars: 26g; Protein: 0g

 

Zutaten: Filtered Water, High Fructose Corn Syrup, Lemon Juice from Concentrate, Natural Flavor, Ascorbic Acid (Vitamin C), Gum Acacia, Beta Carotene (for color)

 

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Kiwibrause

Heute schaffe ich es endlich mal wieder, eine neue Limo zu trinken und dann sogar noch darüber zu schreiben.
Beim Testsubjekt handelt es sich um eine Kiwibrause. Ja, sie ist grün und ich bin sehr gespannt.
Hergestellt wird das Getränk seit 2011 in Jena von einer Zweipersonenfirma, die auch für eine Schokoladenbrause verantwortlich ist.
Abgefüllt ist das Getränk in eine handliche 0,5 liter Glasflasche.
Auf dem Etikett, dass ich mit meinen Paintkenntnissen nicht besser hätte designen können wird mit dem Geschmack geworben und dieser ist natürlich: Natürlich und ohne Kerne. Bei ersterem bin ich skeptisch, das zweite glaube ich.
Dass die Brause grün ist, habe ich bereits geschrieben, es handelt sich aber um ein recht blasses Grün. Ich habe Hoffnung und das liegt in diesem Falle sogar am Grün. Wohl aber mehr weil ich auf ungesunde Farben stehe, und hoffe hier auf meinen Geschmack zu kommen.
Als ich den roten Plastikdeckel aufschraube, steigen ein paar winzige Bläschen zur Brauseoberfläche, ich höre aber kaum ein Blubbern. Eine Sekunde später ist kein einziges Bläschen mehr zu sehen. Mit allzu viel Kohlensäure ist hier wohl nicht zu rechnen.
Bei meinem Geruchstest muss ich mit Erschrecken feststellen, dass ich noch nie bewusst an einer Kiwi gerochen habe. Allerdings muss ich, als ich meine Nase in das Limonadenglas stecke, auch nicht sofort an Kiwi denken. Der erste Gedanke gehört einer Zitrone und Hintergrundgerüchen, die ich nur schwer einordnen kann. Vielleicht ist auch der Geruch einer Kiwi dabei.
Beim ersten Schluck merke ich, dass ich mit meiner Vermutung bezüglich des Kohlensäureanteils recht hatte. Sie ist wirklich sehr fein und subtil. Dies trifft leider auch auf den Geschmack zu. Auch dieser fällt größtenteils durch seine Subtilität auf. Ich habe den vollen süß-frischen Geschmack einer reifen Kiwi erwartet und musste mich mit dem relativ unspektakulären Geschmack einer harten noch nicht ganz reifen Kiwi zufrieden geben. Der leicht fruchtige Geschmack verfliegt leider sehr schnell und übrig bleibt nur ein leicht süßer, künstlicher Nachgeschmack.
Eigentlich schade. Ich habe mich sehr darauf gefreut, die Kiwibrause zu probieren, als ich von ihr hörte.
Auch wenn ich ja persönlich kein problem mit Künstlichen Aromastoffen habe, finde ich es hier positiv hervorzuheben, dass keine künstlichen Zusatzstoffe verwendet werden. Und auch die Idee finde ich sehr gut und mutig mit so etwas auf den Markt zu gehen, da es sich, wie ja bei der Schokobrause des Herstellerduos, eher um ein exotisches Nischenprodukt handelt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Herstellern wurde hier der Auftrag für die Erstellung wohl auch nicht der Lebensmittelchemie übergeben sondern die beiden Firmengründer haben selbst zum Reagenzglas gegriffen und probiert, bis etwas brauchbares entstanden ist. Es handelt sich also um eine DIY Brause im wahrsten Sinne und auch das finde ich, gehört positiv hervorgehoben. Meiner Meinung nach hätten sie an dem Rezept nur noch ein bisschen weiter herumschrauben müssen.

Zutaten: Wasser, Zucker, Kohlensäure, Säuerungsmittel Apfelsäure, Konzentrate (Zitrone, Safflor), Stabilisator Gummi Arabicum, natürliches Aroma, Farbstoff E141

Nährwert (pro 100ml): Brennwert: 136 kj/32,2 kcal, Eiweiß: 0g, Kohlenhydrate: 7,6g, davon Zucker: 7,6g, Fett: 0g, davon gesättigte Fettsäuren: 0g, Ballaststoffe: 0g, Natrium: <0,1g

Mehr Infos: www.kiwibrause.de

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Mountain Dew Song

Ich mag Mountain Dew. Ich mag es wirklich gern, doch bin ich mir sicher, dass Pepsis Limo mit der Geschmacksrichtung „süß“ bei mir nie einen Inspirations-Schub auslöste der dem Daniel Johnstons gleicht.

Wer das Werk von Sänger/Musiker/Künstler Johnston noch nicht kennt, sei dieses an dieser Stelle wärmstens ans Herz gelegt. Leider stand eine bipolare Störung, welche Daniel Johnston seit seiner frühen Jugend begleitet einen kommerziellen Erfolg im Weg. Doch vielleicht wären Schöpfungen wie der Mountain Dew Song auch nie zustande gekommen, hätte der Liedermacher nicht Abschnitte seines Lebens in bestimmten Einrichtungen verbracht, die glücklicherweise mit Pepsi-Getränke-Automaten ausgestattet waren…

…Und ich hoffe, nicht nur mir ist es komplett unverständlich, dass Pepsi nicht auf den Song als Werbe-Jingle zurückgegriffen hat…

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A&W Root Beer

Okay, heute heißt es mal „Kill your darlings“. Bis jetzt war ich mit den von mir getesteten Getränken immer auf der sicheren Seite geblieben. Soll heißen, ich kannte sie, oder wußte zumindest, dass mich nichts schlimmes erwartet. Das soll heute anders werden!
Zum initialisieren dieser geschmacklichen Grenzerfahrung habe ich mir eine Dose A&W Root Beer (US Import) bestellt, die nun verköstigt werden will.

Frühere Erfahrungen mit diesem Erzeugnis sind vorhanden und waren leider von keiner positiven Natur: Während meiner vergangenen USA-Aufenthalte habe ich Root Beer (es war sogar immer A&W) mehrmals gekostet, doch um ehrlich zu sein, hab ich seinerzeit nicht mal die Dose leeren können – und ich kann nicht behaupten, dass mir dies oft mit Lebensmitteln passiert.

Ein kleiner Exkurs zum Thema ‚Root Beer‘: Dieses ist ein alkoholfreies Getränk, das in den USA auf eine lange Tradition bis in die Kolonialzeit zurückblickt und ab den 1870er gewerbsmäßig erzeugt wurde. Es ist dabei nicht mit dem hiesigen Malzbier zu vergleichen, sondern basierte ursprünglich auf der Wurzelrinde des Sassafrasbaumes. Heute wird jedoch aus gesundheitlichen Gründen nur noch künstliches Sassafras-Aroma verwendet.

So, nun sei der Objektivität halber meine Erfahrungen mit dem Produkt aus meinem geschmacklichen Langzeitgedächtnis getilgt und völlig unbefangen öffne ich die eiskalte 12 FL OT (355 mL) Dose: Es knackt hell und die Öffnung knistert mich einladend an. Der Geruchstest lässt jedoch augenblicklich „Medizinschrank“-Assoziationen in mir wach werden. Der ersten Schluck folgt und nachdem sich das Sprudeln der reich zugesetzten Kohlensäure etwas legt, versuche ich das Geschmackserlebnis zu verarbeiten. Ich kann hier leider nur mit  Vergleichen arbeiten die dem Limonaden-Spektrum etwas fremd sind, da ich hier nicht auf natürliche oder gängige Geschmacksnuancen treffe (ausgenommen einem Hauch Vanille, der aber auch auf der Dose propagiert wird: ‚Made with AGED VANILLA‘). Der Rest ist irgendwie eine Mischung aus Hustensaft und antibakterieller Mundspülung. Wobei sich der Geschmack während des Trinkens und nach dem Abgang recht stark unterscheidet von Hustensaft zu Mundspülung hin.

Nach der Hälfte steige ich aufs Glas um und vor mir steht ein dunkelbraune Flüssigkeit mit hellem Schaum, der sich jedoch schnell auflöst – Es sieht aus wie eine Cola. Ich trinke weiter und stelle nun fest, dass das ganze wirklich sehr süß ist. Dies ist denke ich auch das, was meine Geschmacksnerven an A&W Root Beer so irritiert: Die Kombination aus Kräuterlimonade und Syrup-artiger Süße. Ich trinke tapfer weiter und habe nun mein erstes Root Beer KOMPLETT ausgetrunken und kleinwenig Stolz erfüllt mich!

Um es kurz zu machen: Ich bin nach wie vor kein Fan von A&W Root Beer. Dennoch irritiert mich dieses Getränk und ich kann es nicht einfach bei „Naja, halt nicht mein Fall“ belassen. Es verhält sich nämlich so, dass es fast NIEMANDEN in meinem Bekanntenkreis gibt, der Root Beer mag. Doch all die, die es mögen, sind aufgewachsen oder leben in den USA (Diese Gruppe von Menschen liebt Root Beer mehr oder weniger ausnahmslos). Da stellt sich doch die Frage: Ist es vielleicht nur eine Frage der Gewöhnung, wie so oft bei Nahrungsmitteln?

Ich denke ich bin noch nicht ganz fertig mit diesem Getränk und werde dieser Frage in Zukunft versuchen näher auf den Grund zu gehen. Das habe ich hier und jetzt beschlossen. Währe doch gelacht, wenn Geschmacksnerven und der Eintrag in meinem Pass stärker sind als mein Wille zur uneingeschränkten Softdrink-Liebe.

Zutaten: CARBONATED WATER, HIGH FRUCTOSE CORN SYRUP, CARAMEL COLOR, SODIUM BENZOATE (PRESERVATIVE), NATURAL AND ARTIFICIAL FLAVORS.

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